Ratscherbuam, Osterfeuer, Gonesrennen im Lungau und vieles mehr

Kategorie: Sehenswertes & Veranstaltungen 2 Kommentare

Zu Ostern, dem wichtigsten und ältesten Fest der Christen, an dem wir die Auferstehung Jesu vom Tod feiern, werden in der Ferienregion Lungau wunderschöne und zum Teil  einzigartige Traditionen und Bräuche gepflegt.

Am Palmsonntag beispielsweise, dem Sonntag vor Ostern und dem Beginn der Karwoche, findet auch bei uns die Palmweihe statt und an den festlichen Einzug Jesu Christi in Jerusalem gedacht. Die Palmbesen oder Palmbuschen, wie sie bei uns genannt werden, sind ein Gebinde aus Palmkätzchen mit bunten Bändern aus Seidenkrepp, welche meist von kleinen Buben und Mädchen getragen werden.

Ostereier Bild Clemens Hutter

Ostereier Bild Clemens Hutter

Eine weitere Tradition in meiner sowie mit Sicherheit auch in vielen anderen Lungauer Familien ist das alljährliche, gemeinsame Färben der Ostereier. Eigentlich wäre dies ja noch nichts aufregendes, jedoch gibt es bei uns in der Region ganz besonders schöne Ostereier, so genannte Grawirlacheier. Dafür werden wir auch heuer wieder Gräser und erste Blumen wie beispielsweise „Kasbleamerl“ pflücken und ich bin wirklich froh, dass ich bei meinem letzten Spaziergang welche entdeckt habe. Beim Färben werden die Ostereier dann sorgfältig mit Pflanzen und Zwiebelschalen in ein Tuch gewickelt, sodann in bunte Farbtöpfe getaucht und schließlich noch mit einer Speckschwarte auf Hochglanz poliert. Die Ostereier werden dann natürlich vom Osterhasen versteckt und auch als Dank den Ratscherbuben gegeben.

Ratscherbuben aus St. Michael

Ratscherbuben aus St. Michael

Die Ratscherbuben, das sind meist Schüler, die von Gründonnerstag bis Karfreitag mit ihren, aus Holz gebastelten, schnarrenden und knatternden Trommelratschen durch die Orte ziehen, die Zeiten verkünden und dabei singen: „Wir ratschen, wir ratschen den englischen Gruas (= Engelsgruß), den jeder Christgläubige betn muas. Foits niada auf enkane Knia, bets drei Vaterunser und a Ave Maria’. (Übersetzung: Fallt nieder auf euere Knie, betet 3 Vaterunser und ein Ave Marie) am letzten Tag singen sie: „Wir ratschen und ratschen zum letzten Mal z´samm, weil die Glocken sind wieder da aus Rom.“ Meist bekommen die Ratscherbuben dafür eine kleine Gabe, wie Süßigkeiten, ein rotes Ei und/oder etwas Geld.

Der schönste Brauch zur Osterzeit für mich sind allerdings die Lungauer Osterfeuer. Diese gezimmerten, bis zu 12 Meter hohen Osterfeuer, die bis in die vorchristliche Zeit zurückgehen und die Freude über die Auferstehung des Herrn und das Wiedererwachen der Natur ausdrücken werden in der Nacht von Karsamstag auf Ostersonntag in vielen Lungauer Gemeinden entfacht.

Osterfeuer in Thomatal

Osterfeuer in Thomatal

Und a richtige Gaudi zur Osterzeit ist alljährlich das Gonesrennen am Ostermontag (25. April 2011) um 13.30 Uhr in Wölting. Bei diesem uralten Spiel stellen sich Mädchen und Burschen paarweise in einer Reihe auf. Ein Bursche – der Gones (Gänserich) – ruft dabei „Gones, Gones, kikeriki – des letzte Paarl her für mi“. Das Paar läuft sodann getrennt voneinander nach vorne und wenn es dem Gones gelingt, das Mädchen zu fangen, ist der unterlegene Bursche der neue Gones.
Übrigens: Es wird gemunkelt, dass das Gonesrennen wegen der kalorienreichen Esserei über die Osterfeiertage stattfindet, damit der Körper durch die Bewegung wieder in Schwung kommt.

Wer mehr vom Lungau zur Osterzeit wissen möchte, für die- oder denjenigen hab ich noch einen ganz besonderen Tipp: Am Ostermontag (25. April 2011) um 16.30 Uhr bringt das Bayrische Fernsehen die Sendung „Landgasthäuser“ mit dem Titel “Weihbutter und Antlasseier”. Günter Lüftenegger hat sich darin mit seinem Team im Lungau umgeschaut und erzählt in diesem Beitrag von unseren Osterbräuchen, besucht bekannte Lungauerinnen und Lungauer und zeigt auch kulinarische Schmankerl zur Osterzeit.

Weitere Lungauer Bräuche, ob im Sommer oder Winter können unter www.lungauervolkskultur.com nachgelesen werden.

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2 Antworten zu “Ratscherbuam, Osterfeuer, Gonesrennen im Lungau und vieles mehr”

  1. Gerald sagt:

    War schön, wir waren nur mit unserer Unterkunft nicht so zufrieden.

  2. Darf ich nachfragen, warum?

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